Blitzschutz
Warum Blitzschutz?
Bei jedem der jährlich etwa 5 Millionen Gewitter über Mitteleuropa können mehrere tausend Blitze produziert werden. Ein Blitz ist zwar nur wenige Zentimeter dick, allerdings übersteigen sein Spannungsimpuls von bis zu 3 millionen Volt und Stromstärken von bis zu 30.000 Ampere die Leuchtkraft von mehreren millionen Glühbirnen. In so genannten Gewitterzellen kommt es durch starke positive und negative Spannungen zu elektrischen Entladungen, die die Umgebungsluft auf bis zu 30.000°C erhitzen und die Luftmoleküle dabei zum leuchten bringen, was von uns als Blitz wahrgenommen wird. Wo und wann sich ein Blitz entlädt geschieht dabei rein zufällig.
Neben den Schäden des direkten Blitzeinschlags kommt es vor allem durch den indirekten Blitzschlag zu Überspannungsschäden an elektrischen Anlagen, wenn die elektromagnetische Strahlung eines Blitzes in den elektrischen Leitern - z.B. Stromkabel - innerhalb eines Gebäudes hohe Spannungsimpulse induziert. Da elektrische Geräte innerhalb eines Gebäudes in der Regel einen hohen Vernetzungsgrad aufweisen ist die Auswirkung eines solchen Spannungsimpulses meist enorm.
Angesichts der möglichen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gefahren ist es ratsam einen wirksamen Blitzschutz zu installieren und damit sich selbst und sein Eigentum vor einem Blitzeinschlag zu schützen.
Wie funktioniert der Blitzschutz?
Das Grundprinzip eines Blitzschutzsystems ist relativ simpel und wurde bereits 1752 von Benjamin Franklin entdeckt. Man "bietet" dem Blitz eine exponierte Stelle zum Einschlag und leitet die dabei auftretende elektrische Energie gefahrlos ins Erdreich ab. Grundsätzlich wird zwischen äußerem und innerem Blitzschutz unterschieden.
Der äußere Blitzschutz besteht aus Fangstangen und maschenförmig verlegten Fangleitungen samt Ableiteinrichtungen, die den Blitz gefahrlos vom Dach eines Gebäudes in die Erdungsanlage ableiten und somit als Faraday'scher Käfig wirken. Dadurch wird ein Schutz gegen elektrische und thermische Einwirkung für Mensch und Gebäude erzielt.
Der innere Blitzschutz schützt vor allem vor Überspannungen, die beim Blitzeinschlag auftreten und die sensiblen elektrischen Anlagen, elektronischen Geräte und Installationen aus Metall beschädigen können. Der Schutz erfolgt über Blitzstromableiter an den aktiven Elementen, wie Stromleitungen oder Telekommunikationsanlagen, welche den Blitzstrom an den Potentialausgleich weiterleiten; passive Elemente, wie Wasserleitungen werden direkt and den Potentialausgleich angeschlossen. Dieser baut die Überspannung schrittweise ab, sodass die Elektronik nicht zu Schaden kommt.
Bereits bei einem Neubau sollte ein Blitzschutzsystem bei der Planung berücksichtigt und realisiert werden, da die spätere Nachrüstung wesentlich höhere Kosten erzeugen kann. Bei der Durchführung sollte ausschließlich Fachpersonal am Werk sein, damit sämtliche Bestimmungen und Normen eingehalten werden und das Blitzschutzsystem maximalen Schutz bietet.
Quelle: J. Proepster GmbH
| Äußerer Blitzschutz | Innerer Blitzschutz | |
|---|---|---|
| 1. Firstbügel | 22. Potentialausgleichschiene | |
| 2. Multiklemme | 23. Elektrischer Hausanschluß | |
| 3. Erdungsrohrschelle | 24. Stromzähler | |
| 4. Fangstange | 25. Überspannungsableiter | |
| 5. Stangenhalter | 26. Elektrische Verteileranlage | |
| 6. Dachleitungshalter | 27. Potentialausgleichleitung | |
| 7. Rohrschelle | 28. Wasserversorgung | |
| 8. KS-Klemme | 29. Gasversorgung | |
| 9. Dachrinnenklemme | 30. Öltank | |
| 10. Schneefanggitter-Klemme | 31. Öltanklüftung | |
| 11. Leitungshalter | 32. Badewanne | |
| 12. Regenrohrschelle | 33. Gaszähler | |
| 13. Funkenstrecke | 34. Wasserzähler | |
| 14. Trennklemme | 35. Heizungsanlage | |
| 15. Flachbandhalter | 36. Dusche | |
| 16. Isolierung | 37. Abwasser | |
| 17. Falzklemme | 38. Elektronisches Gerät | |
| 18. Blitzableiter-Draht | 39. Überspannungsfeinschutz | |
| 19. Fundameterder | 40. Telefone und Anlagen | |
| 20. Diagonal-Kreuz-Klemme | ||
| 21. Bandstahlerder |
